Stand: April 2009

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Das Lorenzhaus

Erbaut 1916 bis 1918 nach Plänen des Architekten Karl Stodieck. 1938 bis 1941 an der Volkmar- und Colditzstraße erweitert.

Lorenzhaus

Carl Lorenz gründete 1873 seine zunächst in Kreuzberg ansässige Telegraphenbauanstalt. Der steigende Bedarf des Militärs nach drahtloser Telegraphie vor und während des Ersten Weltkriegs, führte zu einem Neubau der Fabrikanlagen am Teltowkanal. Neben Fabrikhallen prägt vor allem der fünfgeschössige, um zwei Höfe gruppierte, ziegelverkleidete Stahlbetonbau die Anlage. Eine Besonderheit stellt die Schmalspurbahn auf dem Werksgelände dar.

1918 waren 2.400 Mitarbeiter beschäftigt. Führend war die Firma, die 1930 von der international tätigen US-Gesellschaft ITT übernommen wurde, in der Entwicklung und Produktion von Rundfunkgeräten (den sogenannten «Volksempfängern»). Nach dem Krieg produzierte ITT neben Radios vor allem TV-Geräte (ITT Schaub-Lorenz).

Im Zuge der NS-Rüstungsproduktion wuchs die Belegschaft auf bis zu 12.000 Mitarbeiter. Die Firma dehnte sich 1938 bis 1941 über den Teltowkanal auf die Südseite aus. Zahlreiche, im Zweiten Weltkrieg zerstörte Fabrikhallen wurden nicht wieder aufgebaut.

Die C. Lorenz AG wurde mit Mix & Genest 1958 zur Standard Electronic Lorenz AG (SEL) zusammengeschlossen und 1987 vom französischen Konzern Alcatel übernommen.

(Quelle: Jörg Raach: «Industriekultur in Berlin» – Die 115 wichtigsten Bauten des Industriezeitalters. Berlin 2008)

 

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